Im Schlachthaus Blühen Die Blumen

Aal AAL01 | pro-CDR | 2004 | 10,00 € | pay what you like for digital download

The first Aalfang Mit Pferdekopf-album that saw the light of day in March 2004. Critically acclaimed, it combined three long totally different sounding tracks to a challenging sound cosmos.

  1. Yanonami (15'57)
  2. Im Schlachthaus Blühen Die Blumen (17'33)
  3. Pantha Rei (17'55)

<a href="http://aalfangmitpferdekopf.bandcamp.com/album/im-schlachthaus-bl-hen-die-blumen">Yanonami by Aalfang Mit Pferdekopf</a>

About the record

The first Aalfang Mit Pferdekopf-album that saw the light of day in March 2004. Critically acclaimed, it combined three long totally different sounding tracks (ranging from dark breeding ambiences to metallic drone patterns - and some “band”-improvisations inbetween) to a challenging sound cosmos that - beside all the scary moments of darkness - never forgot the certain glimpse of humour. The album’s title was inspired by the novel “The Torture Garden” (Octave Mirbeau), the final track an antique misspelling. A stunning debut record that really splitted the community.

Reviews

Debil:
"Harter Tobak, das. Aalfang mit Pferdekopf. Ein Name, der mich an eine unappetitliche Szene au dem Film "Die Blechtrommel" nach Günther Grass erinnert. Aale fangen in der Nordsee mit Pferdeköpfen. Oskars Mutter reihert. Später bringt sie sich mit Fischen um. Wer sich solch einen Namen gibt, spekuliert garantiert nicht darauf, von allen Menschen geliebt zu werden. Wer zudem noch Stücke von 15 Minuten und länger zu CD bringt, will sicher nicht in den Pophimmel kommen.

"Im Schlachthaus blühen die blumen" heißt die erste CD von Mirko Uhlig aka A.M.P. und sie liegt mir im CD-Player, wie manches Mittagsmahl im Magen. In beiden Fällen könnte man davon sprechen, dass schwere Verdaulichkeit vorliegt.

Nehmen wir Titel 1, "Yanonami". Dieses Stück erinnert mich ganz entfernt an Zero Kama's "The Secret Law of L.A.Y.L.A.H." und ist das, was man so gern als rituell bezeichnet. Titel 2, der aus dem Schlachthaus, glänzt durch eine wunderbare ambiente Melodie und mit Raumhall aufgenommenem Eisen- und Steinschlagwerk, um dann in ein rauschartiges, herzschlaggetränktes Kellerrasseln überzugehen und die Metamorphose geht endlos weiter. Sehr abgespacet das Ganze (Man verzeihe mir diesen deutsch-englischen Ausdruck) und vom Außenstehenden wohl kaum zu durchschauen. Titel drei basiert auf hochfrequenten Eisenschmirgeltönen und bewegt sich lange Zeit auf den Spuren der Drones.

…Um so mehr ich darüber nachdenke, umso weniger Lust habe ich, die Musik zu beschreiben. Das liegt nicht an meiner Faulheit, sondern daran, dass diese Klänge so schräg und abgefahren sind, dass es wenig Sinn macht rein deskriptiv zu Werke zu gehen.

Ich vermute mal, dass sich das potentielle Publikum von A.M.P. in einige wenige Gruppen aufsplittern wird. Unter anderem in die, die Mirko gut kennen und wissen, welchen Film er fährt, solche die ihn nicht kennen und das Ganze zumindest interessant finden und solche, die das Ganze nur für totalen Schwachsinn halten. Ich schließe mich der zweiten Gruppe an mit einer inhaltlichen Tendenz zur ersten, da ich, obwohl ich den Künstler nicht kenne, nachvollziehen kann, dass er da etwas ganz Eigenes auf die Beine gestellt hat. Wie gesagt, Bezüge lassen sich immer herstellen, Schubladen aufmachen und Stile zuordnen. Wer sagt aber, dass das unbedingt notwendig ist? Manchmal genügt es einfach, sich hinzusetzen und Ohren und Geist zu öffnen. In diesem Sinne ist "im Schlachthaus blühen die blumen" eine sehr ruhige, langsame Platte, auch wenn sie vom Sound her manchmal rech heftig wird. Ein wenig Erfahrung im Anhören von experimenteller Musik sollte Mensch schon mitbringen, um nicht gleich nach drei Minuten aus dem Sessel zu springen und die CD weit wegzuwerfen. Wer wie ich, nicht nur Freude an schrägen Klängen, sondern auch am Raumhörerlebnis selbst hat, sollte unbedingt ein Ohr riskieren."
Ullrich Bemmann

Funprox:
"Aalfang with Pferdekopf is a strange bandname, but fitting for an experimental act with improvised music. This German act has released a few cd-r’s, ‘Im Schlachthaus blühen die Blumen’ was their debut. It contains 3 long tracks, clocking in over 50 minutes. The music is dedicated to ‘Simon Hantaï, les abattoirs Toulouse & Octave Mirbeau’.

What you get is a collage of associative music, with many cut-up samples, varied percussion, scattered rhythms, strange clicks and other microscopic sounds. Sometimes you hear the beginnings of an ambient melody, but overall the compositions are not very focused and accessible. The first track ‘Yanonami’ has a ritual, eastern sound, though not very meditative beceause of its restless structure. The title track is more of an industrial soundscape with sounds of metal and steam, nightmarish voices, deep drones, quite nice and chilling. The third piece ‘Panta Rhei’ is dense and noisy and drives me mad. Interesting music for people with open ears and a strong stomach."
Hans D.

Terrorverlag:
"Am Anfang war das Wort, doch am Ende steht der Klang. Wenn irgendwann in der Zukunft einmal der Moment gekommen sein sollte, dass den Leuten aufgeht, dass es keine ungebrauchte Harmoniefolge mehr gibt, keine ungespielte Melodie, keinen ungeklatschten Groove und keinen ungesungenen Text, dass sich die Musik schon seit geraumer Zeit in einer Schleife aus Wiederholungen um sich selbst dreht, zuckend und sich vergeblich windend, dann wird man sich der Magie und der Endlosigkeit der Erforschung des sonischen Spektrums zuwenden. Dann ist der Moment von AALFANG MIT PFERDEKOPF gekommen.

Obwohl der Titel dieser Scheibe eine anstrengende Sitzung verspricht, macht es einem dieses Projekt denkbar einfach: Vergesst einfach beinahe sämtliche Industrial- und Ambientveröffentlichungen der letzten paar Monate, vergesst die Doktrin des unstrukturierten Dahintreibens, welche den meisten Veröffentlichungen des Genres anhaftet und vergesst vor allem den albernen Bandnamen! “Im Schlachthaus blühen die Blumen” ersetzt einen ganzen Schrank voller plötzlich unbedeutender und auch noch aufgrund von schicker Limitierung und exklusiver Verpackung in Metall, Holz oder schwere Pappe verdammt teurer CDs, reduziert viele alte Helden zu Stümpern und Poseuren. Dabei ist der hier gewählte Ansatz alles andere als revolutionär, sondern besinnt sich auf das Wesentliche und das Ursprüngliche: Verfremdete Umgebungsgeräusche, die Ahnung von Ordnung sowie die Andeutung von Harmonie. Drei Stücke, zwischen fünfzehn und achtzehn Minuten lang, finden sich nur auf diesem Album, allesamt in sich geschlossene Mikrokosmen, allesamt stilistisch eine eigene Sprache sprechend, doch werden sie von der Vision ihre Schöpfer auf wundersame Weise zusammengehalten. “Yanonami” ist eine Wanderung durch ein akustisches Spiegelkabinett voller fremder Töne und Stimmungen, die Bilder bleiben undeutlich bis auf einen einzelnen, kurzen Ausbruch von behutsamer Natur – eine Art Musique discrete. Das Titelstück hingegen lässt gleich zu Anfang knurrende Bässe von der Leine, derweil das rhythmische Knistern im Hintergrund sowohl an die im Öl brutzelnden Spiegeleier vom Sonntagmorgen oder POLEs beknackten Waldorf-Filter erinnert. Siedende Flächen und abgründiges Lachen, die Stimmung ist bedrohlich, doch statt zu explodieren bleibt der große Knall aus und brennt der Track stattdessen wie ein schmorendes Kabel langsam aus. Die sich ständig verschiebenden metallischen Beats des abschließenden “Panta Rhei” setzen dem ganzen dann die Krone auf, spannen einen mystischen Resonanzraum auf, der von erhabener Majestät und gleichzeitig bedrückender Geschlossenheit ist.

Noch im Sommer soll das nächste, “Mezethakia Mukabalatt” (fragt einfach bei der nächsten Saturn-Filiale danach!), betitelte Werk erscheinen und bis dahin hat der aufgeschlossene und experimentierfreudige Hörer genug Zeit, sich an der Tiefe und Formenvielfalt dieses Albums zu laben. Die letzten zwei Minuten allerdings haben dann nicht mehr die Klänge das Wort, sondern vielmehr die Stille, auf die kein versteckter Track oder ein alberner Witz folgen. Es ist ein erhebendes Geräusch und man wartet geduldig, bis es komplett erloschen ist. Erst wenn man damit Konzerte füllen kann, werden AALFANG MIT PFERDEKOPF irrelevant sein."
Tobias Fischer

Darklife Zine:
"From the name of the project, to the titles of the albums, down to the music included therein, this is a gruelling journey through some of the least conventional forms of experimentation, drawing on the ambient and noise industrial. Aalfang mit Pferdekopf lets his sound sources spawn uncontrolled creating a surreal, adimensional world that swings back and forth from quiet and whispered to tumbling and cacophonic. Improvisation must be one of the guiding muses of mastermind Mirko Uhlig, as his pieces run from 15 up to over 45 minutes. In fact, we have only five tracks in the two albums, one of which is the exception: an unexpected 4-minute guitar piece opens the 2nd album, as to remind us that should he want to, there could be place for structured music and sound in Aalfgang… What follows is a suggestive 46-minute collage of sounds and fragmented sample manipulation that is as progressive and unconventional as one can get, with ambient and psychedelic touches thrown in for good measure. The first album is slightly more ”structured”, offering three tracks around the 17-minute mark, kicking off with mental dark ambient, moving to abstraction, getting the noise treatment, and moving to razor sharp obsessive and repetitive industrialism in the third act. Stuff for the right mood and frame of mind and for chaotic experimental heads."
Gianfranco Sciacca

Godsend:
"This experimental and abstract sound project of Germany's Mirko Uhlig is dedicated to author Octave Mirbeau and visual artist Simon Hantai, and in listening to these 3 extended soundscapes, correlations to these influential artists' work can be discerned. 'Yanonami' is a subtle and atmospheric piece that sounds dangerously urban, like a late-night journey into a surreal subway tunnel. The 18-minute title track doesn't stray too far, being another ominous electro-acoustic offering that could almost function as the soundtrack for Mirbeau's influential 'Torture Garden' novel if not for the mechanical/industrial sort of feel in spots. Overall, 'Im Schlachthaus' is an exceptional aural document of dark dreams and, perhaps, waking nightmares."
Todd Zachritz

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