Mezethakia Mukabalatt

Aal AAL002 | pro-CDR | 2004 | 10,00 € | pay what you like for digital download

Bit of a weird one, this - even by the usual standards. It consists of two tracks, the first ("Geschwärtzte Milch" - blackened milk) lasting four minutes long and sounding a bit like late Swans in strummy guitar instrumental mode, and the second (the title track) being three quarters of an hour long and comprising a textbook example of Surrealistic klang-honk-tinkle-"boo!"

  1. Geschwärzte Milch (4'03)
  2. Mezethakia Mukabalatt (46'27)

<a href="http://aalfangmitpferdekopf.bandcamp.com/album/mezethakia-mukabalatt">Geschwärzte Milch by Aalfang Mit Pferdekopf</a>

About the record

Andrew Clegg of Freq Magazine wrote about Aalfang’s second album:
"Bit of a weird one, this - even by the usual standards. It consists of two tracks, the first ("Geschwärtzte Milch" - blackened milk) lasting four minutes long and sounding a bit like late Swans in strummy guitar instrumental mode, and the second (the title track) being three quarters of an hour long and comprising a textbook example of Surrealistic klang-honk-tinkle-"boo!" Electroacoustic tomfoolery in the same zany tradition as Nurse With Wound, Roger Doyle and Bladder Flask. It's not often you describe something as "zany" and mean it as a compliment. They sound a bit like all those IRCAM types like Xenakis and Oliveros, only without being so stuffy and academic - like dinner music for a pack of hungry coprophiliacs, or Tex Avery directing the Comte de Lautreamont. Perhaps that makes them wacky too."

The album’s sound sources were recorded in several sessions with Jörg Eger back in the autumn of 2003. The opener is an instrumental version of a very odd song composed by Mirko Uhlig in the summer of 2003. The vocal version of this piece lies deleted and forgotten in the maelstrom of the musician’s graveyard...near Las Vegas. The album’s title came around while reading a Mediterranean/East-European cooking book...it’s all about how much you can take before entering Dreamland.

Reviews

Freq:
"Bit of a weird one, this - even by the usual standards. It consists of two tracks, the first ("Geschwärtzte Milch" - blackened milk) lasting four minutes long and sounding a bit like late Swans in strummy guitar instrumental mode, and the second (the title track) being three quarters of an hour long and comprising a textbook example of Surrealistic klang-honk-tinkle-"boo!" Electroacoustic tomfoolery in the same zany tradition as Nurse With Wound, Roger Doyle and Bladder Flask. It's not often you describe something as "zany" and mean it as a compliment. They sound a bit like all those IRCAM types like Xenakis and Oliveros, only without being so stuffy and academic - like dinner music for a pack of hungry coprophiliacs, or Tex Avery directing the Comte de Lautreamont. Perhaps that makes them wacky too.

"Mezethakia Mukabalatt" seems to be divided into named sections, although it's not entirely obvious where these start and end, and the names are in some made-up language that looks like a hybrid of Finnish, Turkish and Thai, only with more ümläüts. The liner notes implore you to listen with the windows wide open, and this illustrates what I like about this CD that really annoyed me about Toop and Eastley's superficially-similar Doll Creature last year. That CD was totally overwhelmed by environmental noise and left sounding less interesting than the passing traffic. This one on the other hand takes the surrounding ambience and makes it its own. As I write this, a handyman is putting up shelves just behind me, and the current passage on the CD contains the sounds of waves and the voices of children. But the banging and sawing doesn't sound at all out of place. How they've pulled that off I don't know.

In amongst the organised chaos are occasional, striking moments of sheer beauty, brought to you on piano, violin, guitar or the gentle vibrations of oscillators stretched out to whalesong lengths. In turn sinister and endearing, startling and comforting, you will be taken through such a richness of emotional vignettes over the course of forty-six minutes that it's impossible not to like this remarkable creation. Listen with your mind wide open."
Andrew Clegg

Touching Extremes:
"The record starts with an acoustic guitar strummed loosely in a mutation of Bowie's "Space oddity"; this is just the smart introduction to a very well crafted artifact that is the second solo CD by Mirko Uhlig. Aalfang's music is quite unpredictable in most of its forms, mixing regular instruments, loops, field recordings and personal fun in a series of sonic pot-pourris that, at least in this album, exclude futilities and gratuitous cheap tricks in favour of coherence and good taste. All parts are adequately connected, so that delayed guitars, tape accelerations, spectral continuums and voices of children at play succeed in picturing a fresh design of atmospheric suggestions that light up my curiosity for an announced upcoming release on the Belgian Mystery Sea label. "Mezethakia" is certainly a clear step forward from AMP's first CDR, showing a focus which keeps me hoping for more surprises."
Massimo Ricci

Feindesland:
"Jeder deutsche Angler würde sich über den Namen 'Aalfang mit Pferdekopf' wundern, eigentlich wird der Aalfang mit Schweineköpfen oder Rinderköpfen betrieben. Woher das Projekt seinen Namen hat kann ich nur vermuten, aber ich denke aus dem Buch 'Die Blechtrommel' von Günter Grass, aber das werde ich für Euch im Interview mit 'Aalfang mit Pferdekopf' mal genau in Erfahrung bringen, woher der Name nun wirklich kommt. Die Beschreibung des Projektes 'Aalfang mit Pferdekopf' stellt sich wie folgt da – ein Musikprojekt ( ich würde besser Kunstprojekt schreiben) ohne feste Besetzung und feste Instrumentierung. Die Einstellung der beteiligten Musiker lässt sich sehr gut auf einen Satz reduzieren - 'Wir machen die Musik / Kunst für uns und realisieren unsere Ideen und Wünsche ohne irgendwelche Zwänge!'. Wofür 'Aalfang mit Pferdekopf' hier dicke Bonuspunkte bei mir einstreichen ist auch ganz einfach erklärt – kein Pseudo-elitäres Gequatsche wie andere Projekte es zu Tage fördern sondern völliger Spaß im Umgang mit der Musik oder Kunst. Solche Projekte wie 'Aalfang mit Pferdekopf' bräuchte die Szene mehr. Musikalisch oder künstlerisch haben 'Aalfang mit Pferdekopf' dem innovativen Hörer ( die Betonung liegt auf 'innovativ') auch einiges zu bieten. Auf der Veröffentlichung' Mezethakia Mukabalatt' sind zwei sehr unterschiedliche Tracks zu finden, der erste Track 'Geschwärzte Milch' geht genau 4:02 Minuten und besteht aus einer Gitarrenkomposition und einer Geräuschwelt ( das Blubbern des Moores trifft es wohl sehr genau). Dieser Track wirkt auf die Hörer sehr harmonisch und beruhigend (also die Gitarrenarbeit in diesem Track ist sehr ansprechend – Hut ab!).Der zweite Track 'Mezethakia Mukabalatt' geht dann 46:31 Minuten in einer Hitze durch und lässt den Hörer in Klangwelten eintauchen, die er / sie bisher so noch nie so gehört hat. Die Vielfältigkeit der verwendeten Samples / Geräusche zeichnet diesen Track aus – wo der erste Track noch sehr harmonisch und als Komposition daher kommt, lebt der zweite Track von Improvisation und absoluter künstlerischer Freiheit. Wer jetzt behauptet, dass 'Aalfang mit Pferdekopf' schräge Musik / Kunst machen, der liegt mit seiner Behauptung goldrichtig. Es gibt schräge Musik / Kunst, die völliger Schrott ist und für den Hörer absolut unhörbar ist – 'Aalfang mit Pferdekopf' hingegen gehören zu der Gruppierung Musiker / Künstler die den Hörer mit Ihrer Musik / Kunst einfangen. Der Hörer verfolgt gespannt dem Treiben des Tracks 'Mezethakia Mukabalatt' – der Spannungsbogen des Gesamtkunstwerkes verteilt sich so perfekt über den ganzen Song, das der Hörer wie bei einem guten Buch von Anfang bis Ende gefesselt ist.

Fazit:

Dies ist die dritte Veröffentlichung von 'Aalfang mit Pferdekopf' die auf 100 Stück limitiert ist und in jeden gut sortierten innovativen CD – Schrank gehört. Diese Projekt ist eine Klasse für sich und irgendwelche Vergleiche zu ziehen ist unmöglich. Wer auf innovative Kunst / Musik steht – bestellt sich seine Ausgabe von der 'Mezethakia Mukabalatt' auf der Webseite von 'Aalfang mit Pferdekopf'. Die nächste Veröffentlichung von 'Aalfang mit Pferdekopf wird auf dem Label 'Einzeleinheit' erscheinen – und zu diesem Projekt kann man dem Label nur gratulieren."
Raphael Feldmann

Terrorverlag:
"Es ist das Jahr des Aals: Kaum war 'Im Schlachthaus blühen die Blumen' aus dem Spieler raus, legte man schon die Split mit ROSTIGES RIESENRAD nach, die einen über siebzigminütigen Krater in das Ohr schlug. Und noch bevor der Weihnachtsmann samt Sack durch den Kamin gepoltert kommt, gibt es schon ein neues Päckchen von Mirko 'Pferdekopf' Uhlig. Der hat nun gedroht, in diesem Jahr kein weiteres Material mehr auf die Menschheit loszulassen, was es all denen, die in den Genuss eines der großartigsten Alben von 2004 gekommen sind, zumindest erlaubt, das Gebotene endlich zu verdauen. A propos Verdauung -da wären wir auch schon beim Thema: Uhlig selbst bezeichnet seinen neusten Streich gerne als 'Geschmeidigen Ritt auf den Wellen der Kunstkacke - mit Kussmund' und tatsächlich wird konzeptuell zumindest andeutungsweise das Thema Ernährung angeschnitten.

Lauter 'kleine Mahlzeiten' werden dem Hörer geboten, möglichst unaussprechlich betitelt, mit mehr Pünktchen über dem 'o' und 'u', als in einem Finnisch-Wörterbuch stehen. Immerhin verzichtete man auf das Sampeln von Mampf- und Schmatzgeräuschen und ließ Natur und Technik sprechen oder das, was nach intensiven Sitzungen am Rechner und Mischpult von ihnen übrig blieb. 'Mezethakia Mukabalatt' ist eine Hommage an das Mysterium der Großstadt, fährt Field Recordings und Drones auf, ohne sich im reinen Klang zu verirren. Eine Geduldprobe auch, denn nach dem einleitenden 'Geschwärzte Milch', welches mit aufgeschäumten Gitarrenharmonien über mokkabraunem Blubbern und einem fernen, zartbittren Hauchen eine Art auralen Willkommenstrunk markiert, gehören die restlichen 46 Minuten dem Titelstück. Dass diese aber keineswegs müde oder monoton ausfallen, liegt zum einen an dem ursprünglichen Konzept des Albums als Sammlung kurzer, ineinander fließender Miniaturen und zum zweiten an dem unerschöpflichen Findungsreichtum des Protagonisten. Geräusche wie von einer Comicausgabe eines Bootmotors, angeschlagene Saiten, das Scheppern von Kochtopfdeckeln, Glitches und Kratzen, besoffener Ameisenfunk, das Dröhnen eines Raumtransporters auf Vega 17 und das sanfte Mitwippen eines aus kybernetischen Knochen geformten Mobiles im staubigen Astralwind. All das kannte man bereits von der besagten Split, auf der AALFANG ein wenig zerfahren wirkten, doch diesmal verzieht sich der Dunst recht bald: Die Geräusche werden zunächst dumpfer, als lausche man ihnen von hinter einer Straßenecke, dann treten sie gänzlich zurück, ein dunkles Schweben bleibt, angedeutete Melodien. Ganze Passagen werden nach oben transponiert, entschwinden durch ein Loch in der Decke. Diese meditative Stimmung durchläuft in der Folge verschiedene Mutationen, wird mit Zikadenzwitschern durchsetzt, landet in einem tropischen Garten mit Standgeiger. Die Assoziationen werden so zahlreich, dass sie sich schließlich auf sich selbst zu beziehen beginnen.

Die letzten Minuten gehören dem Flüstern - da sind die TANGERINE DREAM von 'Alpha Centauri' nicht fern. Mit den letzten beiden Veröffentlichungen hat Mirko Uhlig das Projekt immer weiter weg von der Trance zum Traum bewegt, zur intuitiven Logik und zu Metaphern. Dorthin werden ihm nicht alle folgen können. Doch das Licht am Ende des Tunnels meint man schon sehen zu können."
Tobias Fischer

Debil:
"Mezethakia Mukabalatt - Ist das eine eigene Sprache oder haben diese Worte ausserhalb des Kosmos von Aalfang mit Pferdekopf eine Bedeutung? Das Projekt von Mirko Uhlig beehrt uns mit einem neuen Werk und eingangs erwähnte Worte bezeichnen den aktuellen Aalfang-Silberling.

Wie schon der Titel vermuten lässt, gibt es auf der CD nichts zu hören, was man schon einmal vernommen hat - nun gut, manche Elemente dieses akustischen Tauchgangs mögen vertraut sein, als Summe aller Teile, als Gesamtheit ist Mezethakia Mukabalatt etwas Spezielles. Sanfte Gitarrenklänge unterlegt von einem satten Moorgeblubber eröffnen das Album und täuschen über die Länge des ersten Titels ein schwelgerisches Dahingleiten vor. Doch das war's dann schon mit lustig. Was in der verbleibenden Zeit folgt, lässt sich am besten mit Hörkino bezeichnen. Um den Vergleich weiter zu strapazieren, sei gesagt, dass sich dieser Ausdruck eher auf deutsche Autorenfilme als auf Hollywood-Schinken bezieht. (Dazu fällt mir ein, dass ich vor kurzem "Legenden der Leidenschaft" gesehen habe, wo zu einer krassen Kriegsszene Breitwandorchestermucke lief, so, als wenn gerade etwas echt Romantisches abginge. So etwas ist definitiv nicht gemeint!) Wie die zur Analogie herangezogenen Filme ist die Musik von Aalfang ein wenig wirr, störrisch, undurchdringlich, biedert sich dem Hörer nicht an. Neben sehr schöne, entspannte Momente, Fieldrecordings, die ganz bestimmte Stimmungen nachvollziehbar einfangen, reiht Mirko Uhlig recht nervige Sequenzen. Da wird die Tonleiter hoch- und runtergeklimpert; atonale Sprengsel attackieren das Gehör. Warum der Künstler das tut, wer weiß. Eine tiefere Ordnung vermag ich nicht zu ich nicht zu erkennen. Höchstwahrscheinlich geht es hier um Verunsicherung.

Auch wenn ich dem Trip des Aalfängers auf voller Länge nicht zu folgen vermag, so muss ich gestehen, dass Mirko Uhlig hier etwas Eigenes geschaffen hat und genau das macht diese Platte so wertvoll. Für den Großteil des Publikums ist "Mezethakia Mukabalatt" jedoch sicher zu anstrengend oder anders betrachtet, nicht aufregend genug. Persönlich mag ich vor allem das Zurückhaltende am Aalfang. Wo andere "Ambient"-Künstler dick auftragen und alles mit mächtigen Synthieflächen zuschichten, gibt es bei A.M.P. immer nur einen Hauch, eine Andeutung davon zu hören. Damit erzeugt er bei mir eine ganz seltsame Paralyse des Körpers, denn jeder Atemzug scheint zu stören. Wenn es anderen auch so geht, wäre das schlecht. Denn wenn die Hörer dahinscheiden, ist das nicht gut für den Absatz."
Ullrich Bemmann

Godsend:
"Part dark ambience, part melodic proto-folk, and a little side dose of noise, German duo AMP's second full-length release conjures plenty of mysterious post-industrial atmospheres. The 4 minute opener, 'Geschwarzte Milch' ('Black Milk') is a lovely acoustic guitar-strummed gem that could fit onto a number of World Serpent acts' CDs effortlessly. The title track is 46 minutes of varying sounds, from sad and mellow piano laments to bursts of musique concrete-style cutups to surreal ambiance. It's a schizophrenic journey, to be sure, and not one for the faint of heart of ears, but as a work of evocative horrorfilm-style soundtracks, this one is surely a winner."
Todd Zachritz

Chain DLK:
"Third DIY cdr in a year for this up-and-coming German project, here as a duo (Mirko Uhlig and Joerg Eger). "Geschwaerzte Milch", a melancholic acoustic instrumental reminding of mid-period Current 93, is a deceiving beginning for the massive 46-minute title track, which is divided into several movement but easily flows as an organic composition. The first half is a lunatic session of heavily delayed, echoed and pitch-shifted clanks, mixed with subdued environmental drones: I was a bit put off by this one, as the same tricks are repeated over and over again with tedious effects. Luckily, the tour-de-force becomes far more successful and worthwhile halfway, with a more controlled use of minimalism. Drones, strummed guitars, vocal samples and concrete noises are skillfully textured in a surrealistic soundscape not far from what Monos or Ora (to name but two possible references) have produced over the last decade. This second half manages to put you in a suspended, dreaming state, and promises great things from the project."
Eugenio Maggi

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