Hermit Haven (w/ Dronæment)

Tosom 051 | pro-CDR | 2010 | 10,00 €

Finally this found a haven at TOSOM. After 3 years of vagrancy and sended away from docks the hermits arrives, with a bunch of other bummers. A surreal trip starting at Beethovens hometown and ending in Norway in Kurt Schwitters' Merzbau (figuratively).

This comes in a small DVD box with 3 photo prints and will contain 78 minutes of drony concrete maximalism.

THIS IS THE NEW WAVE OF GERMAN HEAVY METAL!

 

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  1.  Ein Umgestürzter Hafen: Hope Is The Canvas On That You Tallow (M. Uhlig)
  2. The Conductor Is Reeling (M. Obst)
  3. Dronabinol (M. Obst)
  4. Ethnographische Kühe (M. Uhlig)
  5. Suchness/Suchmess (M. Obst)
  6. Kurt Schwitters Stand Am Hafen Und In Flammen, Seine Haare Zu Gebirgen Frisiert (M. Uhlig)

About the record

The album builds on the first two basic tracks, derived from a session playing Beethovens Violin Concerto in D major, Op. 61, Adagio in a weird scratching and squeaking way.

It turns to a surreal trip through sub tones and drones and late night walks through empty streets. With Dronabinol it drifts through shallow waters and before you can say knife you drifted away to an educational trip through exotic rain forest with strange animals on the riverbanks. An eyelash later you are kicked straight to norwegian woods where corpse painted young mans haunt you to rip your heart out. Fucking scary, and if they didn't burn down Schwitters Merzbau you could hide in there, but all you will find is nothing than a lonely violin player who saw up your ears with his distorded adagio. Bummer!

Reviews

Medienkonverter:
"Fangen wir mit Beethoven an. Warum auch nicht. Was Musik angeht, kann das kein schlechter Start sein. Wenn er heute noch leben würde, wäre er aber wahrscheinlich froh, taub zu sein und die Interpretation seines Konzerts für Violine und Orchester D-Dur op. 61 durch die beiden Projekte Aalfang Mit Pferdekopf und Dronæment nicht mit anhören zu müssen. Das hätte das Erkenntnisvermögen des schroffen Komponisten bei weitem gesprengt. So dürfte es auch dem Hörer von "Hermit Haven" gehen: Die ersten zwei Tracks des Albums beruhen auf eben jenem Konzert für Violine und Orchester. Erkennen tut man davon freilich nur noch schwerlich etwas, denn Mirko Uhlig und Marcus Obst geben sich dem Wahnsinn preis und haben ein Album voll verrückter Drone-Ambient-Stücke geschaffen. Das resultierende, knapp 80 Minuten lange Album "Hermit Haven" war anscheinend auch einigen Labels zu verrückt, aber es hat beim kleinen Label Tosom seine Heimat gefunden.

Aber natürlich ist Beethoven nicht die einzige Bezugsgröße. Es werden auch noch Kurt Schwitters und sein Merzbau ins Spiel gebracht. Schwitters hatte viele Jahre an seiner kubistischen Collagen-Grotte gearbeitet, bis sie den Bomben des zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel. Aber zurück zu Musik: Um "Hermit Haven" ungehört erfassen zu können, müssen Beethovens Klassik mit Schwitters collageartigem Design und das wiederum mit der Drone-Musik von Aalfang Mit Pferdekopf und Dronæment verbunden werden. Voila: Ein sägendes Cello, "La la la"-Rufe zwischendurch und Drones, die wiederum teilweise aus dem Cello-Sound gebastelt scheinen. Aalfang und Dronæment präsentieren sich einmal absichtlich schräg und ein anderes Mal introvertiert. Allein die ersten beiden Tracks bringen es auf über 45 Minuten. Aufgrund des experimentellen Charakters fällt das gar nicht auf, für wahnwitzige Wiederholungshörer hätte es dann aber doch etwas weniger sein dürfen.

Die folgenden Tracks geben sich zwar nicht besser einschätzbar, kreisen aber um enger umrissene Themen (zumindest glaubt man das). Die nach einem verwirrenden Anfang hallende Gitarre in "Ethnographische Kühe" klingt fast idyllisch, bevor der Song am Ende wieder abdreht und einen absolut verrückten zoologischen Text präsentiert. "Dronabinol" und "Suchness / Suchmess" sind die eher introvertierten, weniger experimentellen Stücke, die sich mehr auf die Drone-Musik konzentrieren. Zum Schluss kommt die bereits erwähnte Kurt Schwitters Referenz über den Hörer und mit ihr wieder das sägende Cello aus den ersten beiden Tracks. Eigentlich würde man erwarten, dass am Ende eines solchen Albums etwas Unerwartetes passiert, sich die Welt in ein Dali-Gemälde verwandelt oder ähnliches. Stattdessen dröhnt und sägt sich "Hermit Haven" eisern bis zum Schluss durch. Aber ein aufsehenerregendes Album benötigt auch kein extravagantes Ende. Experimental-Drone-Kunst vom Feinsten, aber leider wohl nur für einen kleinen Hörerkreis. "
Veit

Vital Weekly #741:
"Even a bit long, almost eighty minutes, is the release which I understand is some sort of collaboration between Mirko Uhlig's Aalfang Mit Pferdekopf and Marcus Obst's Droneament, both representatives of Germany's more 'softer' drone scene and often incorporating field recordings. Each mixed three tracks and are placed on the equal and unequal numbers here. In Uhlig's opening piece already a lot is happening. In these twenty-four minutes more than on the entire Tainted Corrosive Mist release. Field recordings, accordion, cello playing and electronics. These are also used in the rest of the pieces, which form an excellent example of 'extended drone music', for the lack of a better word, and both artists are setting out excellent examples of that kind of music. This is simply one of the best pieces of drone music I encountered in some time. Acoustic, electronic, musique concrete, improvisation: its all mixed here together, crafting some excellent music together."
Frans de Waard

Unruhr:
"das eingespielte team: mirko „aalfang mit pferdekopf" uhlig + marcus „dronaement“ obst. im „hermit heaven".

vorhersehbarkeit ist woanders zuhause, das gilt mit blick auf die vorangegangenen Vös, besonders die teamworks. und es gilt wegen der art und weise der (interessanten) brüche und (ebensolchen) soundlichen collagen. wenn z.b. nach 6 1/2 minuten des bohrend droneartigen eröffnungsstücks „ein umgestürzter hafen: hope is the canvas on that you tallow" ein katzenmusikartiges interludium auftaucht. was das stück nicht davon abhält, direkt danach wieder (ok; raue) ambient-fahrwasser aufzunehmen. bis zum nächsten break: gleicher qualität, versteht sich. und nicht ohne hintergründige ergänzungen mannigfaltiger art. und gegen ende der rund 24 minuten ist der taube streicher dann natürlich auch wieder da, zum dritten mal. das stück wird dadurch auf eine skurrile art durch sich selbst karikiert; fast in frage gestellt, bis der collagencharakter und die surreale atmosphäre akzeptiert sind.
#2, „the conductor is reeling" verhält sich da bei vergleichbarer länge etwas moderater, stellt das fließen in den vordergrund, zuerst dunkel, dann angeraut durch signale von irgendwo, bis es sich zum ende in einer melodie fängt, deren schicksal es aber bleibt, in ein field-recording abstürzen zu müssen. einnehmend.
#3, „dronabinol" ist dann, wie der name (im doppelten sinne) suggeriert, die erste hilfe für all die, die es durchgehend dronig brauchen, während „etnographische kühe“, die nummer 4, in den lautäußerungen am anfang nicht nur an vollständig andere lebewesen erinnert, sondern auch nichts geringeres darstellt als einen weiteren par-force-ritt durch die skurrile fantasie der beiden protagonisten: „der zitronenfarbige schnotthobel“ als könig des waldes... die wertschätzung desselben dargebracht in form einer leichenschau... das hat schon hörspielcharakter.
den abschluss bilden zwei wieder kürzere stücke, wobei „suchness/suchmess" als industriell/dronige textur in rituelle rhythmen aufsteigt bis das letzte stück den geiger des anfangs noch einmal einlädt; zur freude aller hat er diesmal sogar einen verzerrer dabei; wir danken gevatter hall für seine fürsorge im weiteren verlauf und grübeln weiterhin über das ende...

mini-DVD-cover plus foto-einleger... und das coverartwork von dagmar flemming täuscht da eine harmlosigkeit vor; da müsste eigentlich noch irgendwo eine warnung stehen...

schöne grüße

N

ps: irgendwie dada? nun, stück #6 trägt den titel: „kurt schwitters stand am hafen und in flammen, seine haare zu gebirgen frisiert". noch irgendwelche fragen?"
Hellmut Neidhardt

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